Gießen feiert den ältesten akademischen Forstgarten der Welt.

Der akademische Forstgarten

Gießen (pm/jri). Ein lebendiges Denkmal der Forstwissenschaft feiert 200-jähriges Jubiläum – der Akademische Forstgarten am Fuß des Schiffenbergs. Er ist mit seiner Baumartenvielfalt ein einzigartiges forstbotanisches Kleinod. Wegen seiner universitäts- und wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung wurde der Akademische Forstgarten 1976 als Kulturdenkmal ausgewiesen.

Die Ursprünge des Forstgartens reichen zurück ins Jahr 1825, als er im Zuge der Gründung der Hessischen Forstlehranstalt angelegt wurde. Ziel war die Ausbildung von qualifiziertem Forstpersonal, um die stark übernutzten Wälder wieder aufforsten zu können. Auf einer Fläche von zunächst 5,7 Hektar wurden rund 400 Baum- und Straucharten gepflanzt, darunter viele exotische Arten aus anderen Klimazonen. Der Garten diente sowohl wissenschaftlichen Studien als auch praktischen Lehrzwecken und war sozusagen ein Vorreiter für den nahtlosen Übergang zwischen Theorie und Praxis in der Forstwirtschaft.

Mit der Einrichtung des Gießener Forstinstituts 1831 wurde Gießen zu einem international anerkannten Zentrum der Forstwissenschaft. Dort wurden wegweisende forstwissenschaftliche Arbeiten durchgeführt, die national und international hohe Anerkennung fanden. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Exkursion indischer und hessischer Forststudenten im Jahr 1889 unter der Leitung der Professoren Karl Wimmenauer und Richard Heß.

Zum 200-jährigen Bestehen des Akademischen Forstgartens hat Hessenforst von März bis Oktober ein Jubiläumsprogramm mit zahlreichen Veranstaltungen zusammengestellt, das einmal pro Monat immer sonntags spannende Aktivitäten bietet: von historischen Führungen in zeitgenössischer Kleidung bis hin zu Themen wie Nachhaltigkeit und Baumartenvielfalt. Besucher können die reiche Geschichte des Gartens entdecken und seine heutige Bedeutung als lebendiges Denkmal erleben.